"The Thunderbirds"
1960er Jahre - knapp 20 Jahre nach dem 2. Weltkrieg. Auf die Zeit des „Wirtschaftswunders“ und des Wiederaufbaues folgte eine Zeit des Umbruchs und der Veränderung. Auch in der Musik. Nicht von heute auf morgen. Leichte Unterhaltung war immer noch gefragt, aber auch der „Rock `n` Roll“. Musiker wie Elvis Presley, Jerry Lee Lewis oder Buddy Holly wurden gerne gehört. Später folgten weltberühmte Gruppen, wie die „Beatles“ oder die „Rolling Stones“. Was für unsere Eltern einfach nur ohrenbetäubender Lärm war, war für uns Rebellion, Aufbegehren gegen das Elternhaus. Auch deutsche Beatgruppen wie die „Rattles“ oder die „Lords“ wurden sehr gerne gehört.
Je älter ich werde, umso schöner erscheint mir die damalige Zeit. Geld für Schallplatten hatte keiner von uns. Beim „Radio Hauptmann“ in Aschaffenburg konnte man die Schallplatten vor dem Kauf anhören. Wir machten regen Gebrauch davon. Gekauft wurde selten. Natürlich waren wir bei den Verkäuferinnen nicht gerne gesehen, aber das war uns egal. Meistens hörten meine Freunde und ich Radio Luxemburg über billige Transistorradios. Moderatoren waren Camillo Felgen und Frank Elstner. Die Lieblinge unserer Eltern waren Freddy, Lale Andersen, Lolita, Peter Alexander oder Heintje. Aus Luxemburg kamen jedoch Klänge, die uns Jugendlichen nicht aus den Ohren gingen. Auch die Amerikaner in Aschaffenburg trugen wesentlich zu einem ganz anderen Musikverständnis bei, wie sie unsere Eltern kannten. Es waren zwei verschiedene Welten, die da aufeinandertrafen. Von Großbritannien kamen ebenfalls Töne, Rhythmen, die uns faszinierten. Harte Gitarrenklänge, dazu Schlagzeug und Bassgitarre. Einfach fantastisch. Wir hörten viel lieber die „Beatles“ oder die „Stones“. Manchmal schlichen wir uns in die „Dixie Bar“ in Aschaffenburg, obwohl wir uns den Aufenthalt dort nicht leisten konnten. So kratzten wir unser ganzes Erspartes zusammen. In der „Dixie“ spielten die besten Bands der Stadt. Soweit ich mich noch erinnere, waren dies u.a. “The Four Diamonds“, „The Blue Diamonds“ und „The Tielmann Brothers.“ Kontrolliert wurde jedoch ziemlich scharf. Daher gingen wir lieber in den „Jazz-Keller“, weil dort die Kontrolle nicht so groß war. Der „Hopfengarten“ war ebenfalls eine beliebte Alternative.
In der TV-Turnhalle lernte ich die „Thunderbirds“ kennen. Die „Thunderbirds“ waren zweifellos die „Kultband“ in Haibach und Umgebung. Gegründet wurde die Beatband im Jahre 1962 und sie spielte in unterschiedlichen Formationen bis ins Jahr 1975. Die Daten sowie die Bilder zur Band stammen von Klaus Bäckmann.
Die ersten Auftritte: Gasthaus Fay, Gailbach, Gasthaus Neuburger, Gailbach, Turnhalle, Haibach (Teenager Parties), Saisonabschlussfahrt mit „Müller Busreisen“,
Stadthalle Lohr.
Spätere Auftritte: Turnhalle Grünmorsbach, Goldenes Rad, Goldbach, Cafe Linde, Michelbach, Haibacher Schweiz, Grüner Baum, Goldbach, Turnhalle, Schweinheim, Tanz Cafe Janisch, Aschaffenburg, Glattbacher Mühle, Dixie Bar, Altheim, Dieburg.
Begleitband von Toni Marschall; Randolph Roos und Marianne Rosenberg.
Auftritte in Hotels am Chiemsee und am Faaker See (Österreich/Kärnten).
Bei der Teilnahme am Beatwettbewerb in der Stadthalle Hanau errangen die „Thunderbirds“ den 3.Platz.
Thunderbirds 1962-1966 (von links nach rechts): Rudolf Stubner, Albert Fäth, Klaus Wüst, Klaus Bäckmann und Rudolf Ellenrieder.
Thunderbirds 1967-1969 (von links nach rechts): Rudolf Ellenrieder, Kurt Odenwald, Klaus Wüst, Albert Fäth und Ernst Schöttner.
Thunderbirds 1970-1972 von links nach rechts: Robert Fuchs, Klaus Wüst, Karl Dyroff, Ernst Schöttner, Bernd Albert, Erhard Attig und Albert Fäth.
Thunderbirds 1970-1972 von links nach rechts: Bernd Albert, Erhard Attig, Albert Fäth, Klaus Wüst, Karl Dyroff und Ernst Schöttner.
Thunderbirds 1972 von links nach rechts: Karl Dyroff, Saxophon; Bernd Albert, Gitarre; Albert Fäth, Bass; Ernst Schöttner, Keyboard und Klaus Wüst, Schlagzeug
Thunderbirds 1975 untere Reihe von links nach rechts: Franz Fath, Rainer Bäckmann
Obere Reihe von links nach rechts: Albert Fäth, Klaus Wüst und Wolfgang Schöttner
Text von Lothar Röser
Haibach, 18.10.2026





